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24.04.2011 - Lyrik. Und Ostern.
15.04.2011 - Grenzenlose Weiten
06.04.2011 - BlogBuster
05.04.2011 - ...!

24.04.2011 - Lyrik. Und Ostern. Aber eher Lyrik.

Liebe People,

Ostern. Und so. Ich bin ja nicht so der Kirchentyp. Habe ich ein persönliches Problem mit. Christ sein ist ja gut und schön, das darf jeder gern selbst handhaben, aber die Kirche als Institution sagt mir persönlich nicht so zu. Egal, darf und muss jeder so halten wie es denn grad für richtig gehalten wird. Eigentlich würde ich nun zu einer langen, ausufernden Verbalohrfeige gegen die Kirche ausholen, aber ich praktiziere einfach mal, was die Kirche lediglich predigt – Toleranz. Ein klerikaler Seitenhieb. Ich hoffe, die Kirche versteht Spaß.
Jetzt aber auch genug davon.
In letzter Zeit tobt da ein kleiner Kampf in mir, zwischen Lyrik und Prosa, um genau zu sein.
Einerseits mag ich das Erzählen von Geschichten, die Freude, die es mir und anderen Menschen bereiten kann – aber immer wieder fühle ich mich eben auch zu konzentrierteren Formen der Literatur hingezogen, eigentlich völlig unverständlich für mich, als Freund und Befürworten langer, nicht immer ganz nachvollziehbarer, dennoch meist unterhaltsamer Schachtelsätze. Lyrik hat etwas wunderbar Schlichtes an sich. Eine ungezwungen wirkende Eleganz. Auch wenn sie ganz sicher nicht im GERINGSTEN ungezwungen ist. Ich habe häufig das Gefühl, dass in der Prosa vieles zu Beiwerk wird, Sätze stehen da rum um das Fundament oder einen Rahmen für andere Sätze zu bilden, sind in sich aber keineswegs wertvoll oder von Aussage getrieben, erfüllen also eher Funktion als Zweck.
So ein bisschen wie Yeah Yeah Yeah in einem Refrain, weil man dringend noch ne Zeile brauchte um zwei Aussagen voneinander abzusetzen.
Da ist es sehr erfrischend, handwerklich saubere und dadurch auch sprachgewaltige Lyrik zu erleben.
Formalia hingegen sind ja eher nicht so mein Ding. Da tut sich die Frage auf, was nun handwerklich saubere Lyrik überhaupt ist. Und ist es nicht ein Gegensatz zu dieser Gattung, welche ja eigentlich einen Blick nach Innen gewähren sollte? Die Frage habe ich für mich noch nicht wirklich geklärt, vielleicht weiß da jemand Antworten drauf. Denn: Ist eine holprige Metapher, eine Brechung von Versstruktur nicht auch schon wieder kreative Aussage? Letztendlich dreht sich Lyrik für mich, wesentlich stärker als Prosa, um Glaubwürdigkeit. Wenn ich dem Autor abkaufe, dass das jetzt alles genau so dort stehen muss um auszudrücken, was er/sie auszudrücken versucht, dann ist das Handwerk. Das mag ein wenig metaphysisch angehaucht klingen, aber letztendlich läuft es nun doch darauf hinaus, ob ich von einem Gedicht bewegt werde. Ein Gedicht ist gut wenn ich daran glauben kann.
Das ist kein sonderlich guter Ratschlag für angehende Lyriker, sehe ich ein, aber letztendlich geht es doch um nicht mehr. Ehrlichkeit. Furchtbares Wort, sehe ich ebenfalls ein, aber letzten Endes genau der Punkt. Mein persönlicher Ansatz, für all jene, die es interessiert, lässt sich vielleicht am ehesten mit Schauspiel vergleichen, bzw. mit Schauspieltechniken. Vergleichsgefühl. Eine eigene Befindlichkeit, welche dem Thema recht nahe steht, und die wird als emotionale Quelle genutzt um einen Zustand hervorzurufen, welcher dann für das eigentliche Gedicht, welches sich nicht um den Autor selbst dreht, genutzt werden kann. Sprich: Ich schreibe ein Gedicht über tote Katzen und wie traurig das ist. Habe aber selbst keine Katzen. Erst recht keine, die tot sind. Aber ich hatte mal einen Hund, und der ist tot.
Wie war das so? Was ruft das in mir wach?
Und jetzt das ganze eben ohne Tiere, sondern mit anderen Dingen. Standleitung zum Herzen, sozusagen. Und keine Scheu vor sich selbst. Vielleicht eigentlich der wichtigste Punkt. Viele nicht so wirklich beeindruckende Lyrik die mir so über den Weg läuft krankt an einer essentiellen Schwäche: Sie ist zensiert, zensiert vom Autor selbst. Wenn ich als Autor ein Gedicht schreibe, dann voll und ganz. Nicht halbherzig und mit dem Gedanken im Hinterkopf "Oh, ist das nicht zu privat, geht das nicht zu weit auf?" – diese Selbstzensur produziert meist halbgare Reime (hinter denen sich einige auch gern verstecken) und gequält bedeutungsschwere Metaphern die in ihrer Künstlichkeit so offensichtlich auf ihr Wesen als Kunst hinweisen – da schwingt keine Seele mit. Es ist schwierig zu erklären, ja. Und ich möchte mit diesen Zeilen nun nicht proklamieren, ich wäre einer der größten Lyriker, weil ich endlich das Wesen der Poesie verstanden hätte, gewiss nicht. Ich versuche nur auszudrücken, welchen Weg ich für sehr gangbar halte.
Für mich funktioniert das, und es gibt derzeit ein Gedicht, welches ich für eine Freundin von mir schrieb um sie ein wenig wachzurütteln, und es gibt nun wirklich nicht viel Schöneres als zu sehen, dass so ein Unterfangen Früchte trägt. Wenn ich mit diesem schönen Gedicht namens Herzkopfen auf der Bühne stehe, wird es immer eigentümlich still im Raum, und dieser Moment ist immer ein kleiner Triumph des Herzens über den Verstand. Und das ist eine Formulierung, an welche ich mich derzeit zu halten versuche, wenn es um Lyrik geht:

Ein Gedicht
Ist nicht nur
Worte aneinander
Sondern Herz und Liebe ohne Verstand auf Papier

In diesem Sinne,
frohe Ostern,
und Poesie ist doch auch wichtig im Alltag,

euer
Tobi Katze


15.04.2011 - Grenzenlose Weiten

"Kennt eigentlich JEDER JEDEN?"
Frage ich mich häufiger. Irre Kiste. Wenn man ein wenig durch Deutschland fährt tun sich da Verbindungen auf - ich würde es selbst nicht glauben. Dies aber nur als kleine Randbemerkung ohne weiterführende Relevanz.
Große Freude. Das erste Kapiel von Tauwetter ist als Kurzgeschichte in der Anthologie Kopfkohle erschienen. Ich bin recht glücklich darüber. Man kann es käuflich erwerben, und sollte dies auch tun, denn es finden sich viele Geschichten spannender Kollegen darin, wie zum Beispiel die meines Nordstadtkumpanen Rainer Holl. Dies mal nur als kurzer Werbeblock.
Ich bin übrigens derletzt 30 geworden. Unheimliches Alter. Nicht im Sinne von scary unheimlich, eher so im Sinne von unheimlich geil. Man darf mir also gratulieren, wenn man das möchte. Am liebsten in Form einer Buchung. Aber auch anders. Wie es beliebt.
Und weil ein Geburtstag auch nix ohne Geschenke ist - habe ich eines für euch: Eine neue Kurzgeschichte von Bernd Kies, richtig, dem Helden meines Krimis Tauwetter welcher hoffentlich noch dieses Jahr fertig wird. Ich gehe eigentlich fest davon aus. Das Ding heißt Kaffeefahrt und ich würde mich freuen, wenn Ihr die frohe Kunde und die positive Botschaft verbreiten würdet.
Besten Dank dafür. Natürlich nur, so Ihr die Geschichte mögt. Ist ja klar.
So. Keine Zeit. Auf nach Leer anne Küste, etwas slammen und die Küstennähe begutachten. Demnächst wieder mehr von mir. Morgen bin ich zurück.

Haut rein!
Tobi Katze

06.04.2011 - BlogBuster

Moin!
Der Morgen beginnt unüblich - mit einer Idee. Interaktive Erzählungen sind ja eine kleine Leidenschaft meinerseits, leider aber mitunter sehr wirr und, ja, sagen wir mal...konzeptionell.
Es wird viel mit Rezeptionsreihenfolge gespielt, und letztendlich geht oftmals eine Geschichte, welche in beliebiger Reihenfolge lesbar ist als interaktive Erzählung durch. Was für ein Mumpitz (um mal eines der bei Laura Reichel und mir so beliebten Omma-Wörter zu zitieren). Und wenn man schonmal eine kleine Website sein eigen nennt - warum es dann nicht selbst probieren? Eben.
Ich werde also in den kommenden Tagen mal versuchen, erste Kapitel einer interaktiven, bzw. auf mehrere alternierende Erzählstränge verteilten Story zu entwerfen. Bin gespannt.

Szenenwechsel.
Letztens folgte ich der Maxime meines lieben Kollegen Murat Kayi, welche da lautet, die Aufgabe eines Schriftstellers sei es, sein Leben jeden Tag etwas sonderbar zu gestalten, um davon erzählen zu können. Ich treffe mich also mit einem potentiellen Auftraggeber in einem Festischladen in Dortmund, um über Werbetexte für ein neues Produkt zu reden. Was soll ich sagen? Zwischen riesigen Dildos und Sexspielzeugen, die man auch gerne mit Klempnerbedarf verwechseln könnte trinken wir Kaffee und reden übers Blindsein. Denn, das sei hier am Rande erwähnt, es geht spezifisch um Kontaktlinsen, welche einen komplett blind werden lassen. Das Konzept war mir nicht neu, saß ich doch vor einigen Monaten unter anderem mit einem Herren namens Aurel Jahnke bei einem Bier zusammen, während er eine kleine Liste von geplanten Produkten eben jenes Ladens hervorholte und ein gemeinsames Brainstorming begann. Namen Namen Namen. Für die Strumpfhose mit eingebauten Cockring. Dafür gibt es glaube ich immer noch kein Ergebnis. Aber nun eben für besagte Kontaktlinsen.
Was soll ich sagen? Nettes Gespräch bei Kaffee, und jetzt starren mich hier zwei paar pechschwarze Kontaktlinsen an und warten darauf, ausprobiert zu werden. Einfach mal so - blind sein. Für einen Nachmittag. Um sich in die Materie einzufühlen. Am Ende soll dabei ein Promotext sowie, obacht, eine erotische Kurzgeschichte bei herauskommen.
Ich bin mehr als gespannt. Auf beide Erfahrungen.
Spannend übrigends auch, dass mein Smartphone definitiv für Menschen mit anderen Präferenzen entwickelt wurde. Die Autokorrektur schlägt mir für "Latex" in schöner Regelmäßigkeit La TeX vor. Go figure.

05.04.2011 - ...!

Es ist also vollbracht. Neue Website ist online. War auch mal nötig.
Die letzten Wochen waren randvoll gepackt mit Touren und...ja, sonst nix.

Einiges an der Struktur dieser Seite hat sich geändert, aber nicht allzu viel.
Derzeit ginge so viel herum in meinem Kopf worüber sich zu schreiben lohnte, doch der Tag war lang, und irgendwie lungern hier noch zwei Texte auf meinem "Tobi, echt jetzt! Fertigmachen!"-Stapel, von daher überlasse ich euch der neugewonnenen Pracht dieser Site. Vielleicht empfehlt Ihr sie ja weiter oder schreibt mir ne Mail. Ihr könnt natürlich auch einfach Fans von mir auf Facebook werden. So euch langweilig ist.
Da kann man mir allerdings auch Unfug auf die Pinnwand schreiben. Da freue ich mich immer sehr drüber.

In diesem Sinne
(morgen gibt es dann auch ein paar wirklich lesenswerte Zeilen meinerseits für euch)

euer Tobi Katze